Die Experten der Bayerischen Gartenakademie empfehlen, auf den Einsatz von Pflanzenschutzmittel möglichst zu verzichten. Oft haben sich an den Gartenpflanzen die natürlichen Feinde der Blattläuse bereits eingefunden.

 

Nützlinge machen Bekämpfungs- Massnahmen meist überflüssig:

Die Larven von Florfliegen, Schwebfliegen, räuberischen Gallmücken oder Marienkäfern machen den lästigen Saugern binnen kurzer Zeit den Garaus. Haben Sie etwas Geduld und akzeptieren Sie einen ersten Befall von Blattläusen, denn Nützlinge vermehren sich nur dann in großer Zahl, wenn ein ausreichendes Nahrungsangebot vorhanden ist.

Falls Sie aber trotzdem etwas gegen die Blattlausplage tun möchten, empfehlen die Gartenexperten, die Schädlinge erst einmal mechanisch zu bekämpfen. Durch Abspritzen mit einem scharfen Wasserstrahl, Zerdrücken, Wegwischen oder Wegschneiden können Sie die lästigen Sauger erheblich reduzieren.

Wer dennoch Pflanzenschutzmittel aus dem Handel verwenden möchte, sollte darauf achten, dass diese Nützlings schonend sind.

Marienkäfer sind die bekanntesten Blattlausvertilger. Der Käfer und seine Larven fressen je nach Art Pflanzenläuse, Spinnmilben und Schildläuse. Die letzten Jahre machte der Asiatische Marienkäfer Schlagzeilen, weil er im Herbst in großen Ansammlungen nach Überwinterungsmöglichkeiten sucht. Aufgrund seiner außerordentlichen Gefräßigkeit dezimiert er die Blattläuse rascher als die meisten anderen Nützlinge. Es wurde zudem beobachtet, dass diese neue Marienkäferart Blattlausarten vertilgt, die ursprüngliche Arten verschmähen. Bei geringerem Nahrungsangebot reguliert sich die Population schnell. Die Käfer fressen ihre Artgenossen oder ernähren sich übergangsweise von Pflanzlichem.

Die Larven der Gallmücken und der Schwebfliegen sind eher unscheinbar. Gallmückenlarven sind orangefarbene Würmchen. Sie saugen die Blattläuse aus. Schwebfliegen sind neben den Bienen wichtige Bestäuber von Blütenpflanzen. Locken Sie die Schwebfliegen mit Blumenrabatten gezielt in den Garten. So finden die nützlichen Zweiflügler den Weg schneller in die Blattlauskolonien. Dort legen sie ihre Eier ab, aus denen sich hell- bis mittelbraune „Maden“ entwickeln, die wie die Gallmückenlarven die Blattläuse aussaugen.

Aufgeblähte Blattläuse sind ein sicheres Zeichen für die Parasitierung durch Schlupfwespen. Diese kleinen Hautflügler stechen mit ihrem Hinterleib Blattläuse an und legen ihre Eier direkt in den Leib der Blattläuse. Dort entwickeln sich die Larven, während die Blattlaus zu Grunde geht.

 

Auch manche Spinnen, Wanzen, Ohrwürmer und andere Tiere ernähren sich von Blattläusen.

Haben Sie schon sportlich turnende Meisen auf Ihren Obstbäumen beobachtet, dann können sie sich freuen. Die Singvögel picken winzigen Insekten wie Blattläuse aber auch andere Schädlinge mit Geduld und Ausdauer von den Blattunterseiten. Sperlinge oder Grasmücken (trotz des Namens handelt es sich um einen Vogel!) tragen ebenfalls zur Blattlausbekämpfung bei. Schaffen Sie Nistmöglichkeiten, denn der Vogelnachwuchs wird ebenfalls mit den Blattläusen versorgt.

Im Wintergarten und Kleingewächshaus hilft der Einsatz käuflicher Nützlinge.

 

Quelle: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau