Naturgemäßer Pflanzenschutz

Im Garten gibt es immer wieder Situationen, die ohne Eingriffe des Menschen nicht bewältigt werden können. Krankheiten und Schädlinge toben sich manchmal mit unerwarteter Härte und Vitalität aus.
Dann ist es wichtig, dass ein Biogärtner sich erfolgreich mit natürlichen Mitteln zur Wehr setzen kann damit er seine Freude am naturgemäßen Gärtnern bewahrt.

Mit der Natur gärtnern
Wirkungsvolle Mittel und verlässliche Helfer gibt es genug; dabei soll man nicht vergessen, dass vorbeugende Maßnahmen stets wichtiger sind als die direkte Bekämpfung. Wer mit der Natur gärtnert, gelangt zu der Überzeugung, dass es im Garten keine „Feinde“ gibt. Deshalb darf auch kein „Kampf“ stattfinden. Es genügt, wenn Läuse, Schnecken oder Mäuse in ihre Schranken verwiesen werden. Wer viele Mittel und Methoden der naturgemäßen Schädlingsabwehr kennt, der weiß sich stets zur rechten Zeit zu helfen, wie zum Beispiel mit:

Selbstgemachten Spritzbrühen aus Pflanzen
Es gibt eine Fülle von Pflanzen, die schädlingsabwehrende Inhaltsstoffe besitzen. Aus frisch gesammelten oder aus getrockneten Pflanzen können Sie Spritzbrühen nach unterschiedlichen Verfahren ansetzen.

Grundrezept Pflanzen-Brühe
Eine Brühe entsteht, wenn Sie die zerkleinerten Pflanzenteile in der vorgeschriebenen Menge in kaltem Wasser einweichen und etwa 24 Stunden durchziehen lassen. Dieser Ansatz wird am folgenden Tag mit dem Einweichwasser aufgekocht. Die Brühe muss anschließend bei geringer Hitze noch 15 bis 30 Minuten (je nach Rezept) leise sieden.
Danach nehmen Sie den Topf vom Herd, lassen die Flüssigkeit erkalten und gießen sie zum Schluß durch ein Sieb; die ausgelaugten Pflanzenteile bleiben zurück. Verwenden Sie ein feines Haarsieb, oder legen Sie ein dünnes Baumwolltuch in das Sieb. So erhalten Sie eine möglichst klare Flüssigkeit, die die Düsen der Spritze nicht verstopft.

 

Schachtelhalm-Brühe

Die Schachtelhalm-Brühe ist ein unter Biogärtnern bekanntes Mittel gegen Pilzerkrankungen. Die Brühe ist besonders wirksam, wenn sie in regelmäßigen Abständen vom Blattaustrieb im Frühling bis zum Sommer wiederholt wird, am besten alle zwei bis drei Wochen.
Der hohe Kieselsäuregehalt des Schachtelhalms wird in der Flüssigkeit gelöst und fein über die Blätter gesprüht. Er bewirkt eine Festigung der Zellen an der Blatttoberfläche. Pilzsporen können nicht mehr mühelos eindringen. Infektionen werden erschwert oder verhindert.
Bei akuter Pilzgefahr oder beim Ausbruch von Pilzerkrankungen muss die Brühe in kurzem Abstand drei Tage lang hintereinander intensiv ausgesprüht werden.

Zubereitung Schachtelhalm-Brühe

Ackerschachtelhalm finden Sie an Wiesenrändern und auf Äckern (nicht zu verwechseln mit dem Sumpf- oder Waldschachtelhalm!). Für Brühen wird nur der grüne Sommertrieb verwendet. Schneiden Sie das ganze Kraut bis zum Boden ab. 

1 bis 1,5 kg frisches Kraut oder 150 bis 200 g getrockneter Schachtelhalm (Ackerschachtelhalm Equisetum arvense) werden mit 10 Liter Wasser angesetzt. Verdünnen Sie die fertige Brühe vor der Verwendung 1:5 mit  Wasser. Schachtelhalm-Brühe wird vormittags, möglichst bei sonnigem Wetter ausgespritzt.

 

Quelle:

Pflanzenschutz im Biogarten von Marie-Luise Kreuter, blv (derzeit vergriffen)