Pferdemist als Dünger für den Garten

von Folkert Siemens >> für dich gelesen von: David Eberle, Feldgartenverein Balzers LI

 

Pferdemist gilt als hervorragender Dünger für Rosen und Obstgehölze.
Vor der Verwendung im Gemüsegarten muss er jedoch richtig aufbereitet werden.

Frischer Pferdemist ist nichts für feine Nasen – aber für viele Gartengehölze eine hervorragende Nährstoffquelle mit nachhaltiger Wirkung.
Wer das Glück hat, in der Nähe eines Reiterhofs zu wohnen, kommt in der Regel günstig an Pferdemist. Er wird seit Generationen als wertvoller Dünger für verschiedenste Gartenpflanzen geschätzt. Pferdemist enthält neben verschiedenen Nährstoffen auch einen hohen Anteil an Ballaststoffen, die den Boden mit Humus anreichern. Das liegt daran, dass Pferde schlechte Futterverwerter sind: Sie können unter anderem die Zellulose in den Pflanzen nicht so gründlich verdauen wie Rinder, Schafe und andere Wiederkäuer.
Der Nährstoffgehalt von Pferdemist ist relativ gering, das Nähstoffverhältnis jedoch recht ausgewogen und für die meisten Pflanzen passend. Frischer Mist enthält etwa 0,6 Prozent Stickstoff, 0,3 Prozent Phosphat und 0,5 Prozent Kalium.
Die Nährstoffgehalte schwanken jedoch je nach Fütterung, Harn- und Einstreuanteil recht stark.

Düngen mit frischem Pferdemist

 

Frischer Pferdemist ist nur für sehr robuste Pflanzen als Dünger geeignet, zum Beispiel für Obstgehölze. Er sollte gut zerkleinert auf die Baumscheibe aufgetragen und allenfalls flach in den Boden eingearbeitet oder mit einer dünnen Mulchschicht aus Laub abgedeckt werden.

Mit frischem Pferdemist gedüngtes Rosenbeet

Obstgehölze und Beerensträucher sollten Sie am besten im späten Herbst mit frischem Pferdemist düngen. Decken Sie den Wurzelbereich etwa mit einer einen Zentimeter hohen Schicht ab. Sie müssen aber nicht mit dem Lineal nachmessen: Eine Überdüngung ist kaum zu befürchten, da die Nährstoffe sehr langsam freigesetzt werden und den Pflanzen dann ab dem Frühjahr zur Verfügung stehen. Eine Mistdüngung reicht in der Regel für zwei Jahre als Grundversorgung aus. Ziergehölze wie Hecken, Rosen können Sie ebenfalls mit Pferdemist düngen.
Wichtig: Arbeiten Sie zur Bodenverbesserung im Frühjahr auf keinen Fall frischen Pferdemist als Dünger in die Beete Ihres
Gemüsegartens ein. Für die meisten krautigen Pflanzen ist frischer Mist viel zu scharf und als Dünger daher nur eingeschränkt empfehlenswert. Vor allem ein direkter Wurzelkontakt muss unbedingt vermieden werden.
Andererseits eignet sich frischer Pferdemist hervorragend im Herbst zur Abdeckung von abgeernteten Gartenbeeten als Mulchdecke. Der Mist wird über den Winter von der Vegetation bearbeitet und ausgewittert sowie verrottet er zum Teil und kann im Frühjahr problemlos eingearbeitet werden und eignet sich so ebenfalls bestens zur Bodenverbesserung.
Und überhaupt: ein abgeerntetes Gartenbeet sollte niemals „nackt“ überwintern müssen.

Pferdemist kompostieren

Erfahrene Hobbygärtner stellen aus Pferde- und auch Rindermist zunächst Mistkompost her, bevor sie ihn im Garten verwenden: Setzen Sie den Kompost separat auf und mischen Sie den frischen Mist bei Bedarf mit weiterem organischen Material wie zum Beispiel Herbstlaub oder gehäckseltem Strauchschnitt. Da der Mist während des Rottevorganges sehr heiß werden kann, sollte der Haufen nicht höher als 100 Zentimeter sein.

Kompostierter Pferdemist verfärbt sich dunkelbraun und riecht erdig. Er eignet sich sehr gut zur Gründüngung und Bodenverbesserung im Gemüsegarten

Man lässt den Mist mindestens 12 Monate ohne Umsetzen durchrotten und kann ihn dann im Garten verwenden. Da er in den Randbereichen meist recht trocken und unvollständig zersetzt ist, verwendet man in der Regel nur das Innere des Mistkomposts und setzt den Rest mit frischem Pferdemist neu auf.
Der Rottemist ist sehr pflanzenverträglich und auch hervorragend für die Bodenverbesserung geeignet. Man kann ihn zum Beispiel im Frühjahr zur Beetvorbereitung im Gemüsegarten einsetzen oder auch als Kompostmulch für den Ziergarten verwenden.

Probleme mit Pferdemist

Vor allem hochgezüchtete Turnierpferde leiden häufig unter entzündlichen Gelenk- und Sehnenerkrankungen, die in vielen Fällen mit Antibiotika behandelt werden. Sie werden von den Tieren ausgeschieden und können je nach Behandlungshäufigkeit und Dosierung die Zersetzung des Pferdemists im Kompost verzögern und auch das Bodenleben schädigen.
Von den Pflanzen werden die komplexen Moleküle jedoch nicht aufgenommen.
Wer die Wahl hat, sollte seinen Pferdemist dennoch vorzugsweise von robusten Pferderassen beziehen. Eine gute Adresse sind zum Beispiel Pferdehöfe, die Isländerpferde züchten, denn die kleinen nordischen Reitpferde gelten als sehr robust und gesund.
Frischer Pferdemist enthält außerdem oft noch unverdaute Haferkörner, die im Randbereich des Komposts keimen. Sie gehen aber im Lauf des Kompostiervorgangs ein, wenn man sie mithilfe einer Grabegabel mit der oberen Mistschicht aufnimmt, diese wendet und wieder auf den Haufen legt.