Mondkalender

Einführung

Wir wollen einige Begriffe aus der Mondwelt kurz erklären:

Der Mond verursacht nicht nur Ebbe und Flut, er wirkt auch auf Menschen, Tiere und auf Pflanzen. Je nach seiner Stellung zur Erde und zu den Planeten fördert der Mond das Wachstum verschiedener Pflanzenteile. Er beeinflusst Ertrag, Samenkeimung, Geschmack oder Lagerfähigkeit von Blumen, Bäumen, Obst, Gemüse und Kräutern.

In jahrzehntelangen Feldversuchen hat Maria Thun, deren Kalender wir in kraut&rüben veröffentlichen, auf ihren biologisch-dynamisch bewirtschafteten Flächen den Zusammenhang von Mond und Pflanze untersucht. Die Wirkungen des Mondes sind überall spürbar, auch im Haus und im Gewächshaus. Deshalb können Sie Ihre Zimmerpflanzen genau wie Gemüse und Obst nach den Empfehlungen des Mondkalenders pflegen.

Die im Kalender angegebenen, günstigen Tage für Blütenpflanzen, beziehungsweise Blatt-, Frucht- und Wurzelpflanzen beziehen sich keineswegs nur auf die Aussaat. Immer wenn Sie eine Pflanze an den Blütentagen berühren, zum Beispiel die Blätter waschen, die Beete hacken oder düngen, fördert das die Bildung neuer bunter Knospen.

Maria Thun beschränkt sich bei Ihren Forschungen keineswegs auf die Mondphasen, im Gegenteil, andere Bewegungen und Stellungen unseres Trabanten hält sie für weitaus bedeutsamer.

Wie die alten Bergbauern in abgelegenen Schweizer Tälern konnte Maria Thun einen Zusammenhang zwischen dem auf- und absteigenden Mond und dem Pflanzenwachstum feststellen. Bei aufsteigendem Mond wandert der Saft der Pflanzen verstärkt in die oberirdischen Teile. Es ist eine gute Zeit für das Veredeln, zum Weihnachtsbäume schlagen und für die Obsternte. Beim absteigenden Mond sinkt der Pflanzensaft eher in die Wurzeln und Knollen. Gute Zeiten also für das Umpflanzen, Pikieren, für Baum- und Heckenschnitt, für das Schlagen von Bauholz und für das Düngen.

Auch das Sternbild, in dem der Mond steht, hat nach Maria Thun einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Vegetation. Die Feuerzeichen Widder, Löwe und Schütze (Fruchttrigon) beispielsweise geben allen Samen und Früchten kraftvolle, wärmende Impulse -schließlich müssen diese den Winter überdauern und das Leben im Frühjahr neu ankurbeln.

Manchmal erlebt man seltsame Szenen: Da erzählt ein Gärtner, er habe heute Sommerblumen ausgesät, weil der Mond in den Zwillingen stehe. "Der steht doch gerade im Krebs," entgegnet ein anderer "da hättest du Mangold oder Salat ausbringen können." Nach einer längeren Diskussion kommen beide darauf, dass es verschiedenen Mondkalender gibt, mit voneinander abweichenden Empfehlungen. Die Kalender sind so verschieden wie die Lebensphilosophien ihrer Verfasser. Maria Thun ist tief in der anthroposophischen Weltsicht nach Rudolf Steiner verwurzelt und hat ihre jahrelangen Praxisversuche über die Wirkung der Gestirne in Verbindung mit der biodynamischen Wirtschaftsweise durchgeführt. Sie besitzt wohl von allen "Mondgärtnern" die längste praktische Erfahrung. Auch Gärtner, die nicht streng nach der bio-dynamischen Methode arbeiten, haben mit diesem Kalender gute Erfahrungen machen können.

Astrologisch orientierte Kalender, die auf das Buch "Vom richtigen Zeitpunkt" von Paungger und Poppe gründen, geben andere Aussaat-Empfehlungen, da die Verfasser die Pflanzenwelt unter dem Blickwinkel der klassischen Astrologie betrachten. Vielen sind in diesem Zusammenhang Ratschläge wie, man soll Haare schneiden, wenn der Mond im Löwen steht, geläufig.

Mondkalender sollte jeder Gärtner und jede Gärtnerin für sich selbst in der Praxis testen: Sie könnten einen kleinen Versuch starten, bei dem Sie die Hälfte eines Beetes nach einem Mondkalender und die andere Hälfte nach dem Zufallsprinzip bearbeiten. Die Bodenbedingungen und das Saatgut müssen natürlich identisch sein. Auch gilt es nachzuspüren, ob Sie es angenehm oder als belastend empfinden, sich nach einem Kalender zu richten. Eine Mitarbeiterin von kraut&rüben testete die Kalender auf originelle Art. Erst betrachtete Sie das Wetter und den Garten, dann horchte sie in sich hinein, was Sie denn am liebsten aussäen oder arbeiten würde. Dann schaute sie nach, ob sich ihr intuitives Gefühl mit den Empfehlungen eines der Kalender deckte. Und tatsächlich, in vielen Fällen stimmte sie mit einem Kalender überein - es war der von Maria Thun.

Buchtipp:

Aussaattage 2009 von Maria Thun