Bayrisch Kraut mit Speck

Original bayrisch Kraut wird aus Weißkohl hergestellt, denn in vielen Regionen Deutschlands heißt das Weißkraut Weißkohl. Andere Namen sind übrigens Weißkabis, Kappes, Kappus oder einfach Kraut. Das Kraut ist ein Herbst- und Wintergemüse. Es ist nicht nur in Bayern sehr beliebt, sondern wird in ganz Deutschland zu Eintopf, Salat, Kuchen, Rouladen oder Gemüse verarbeitet.

Die Inhaltsstoffe von Weißkraut können sich sehen lassen. 100 Gramm Weißkohl glänzen mit fast 40 Milligramm Vitamin C, mit 12 Milligramm Magnesium, mit 40 Milligramm Kalzium und mit 170 Milligramm Kalium. Kraut hat nur ein Prozent Fett und 100 Gramm weisen nur 25 Kalorien auf. Diese Werte gelten aber nur für unzubereitetes Weißkraut ohne zusätzlich Inhaltsstoffe.

Das original bayerische Kraut hat sicher etwas mehr Kalorien, denn es wird leckerer Speck mitverarbeitet. Alle Vegetarier werden daher bitter enttäuscht sein: Bayrisch Kraut nach Originalrezept ist nicht vegetarisch. Wer die leckere Beilage bereits kosten durfte, der weiß auch warum: Der Speck verleiht dem Weißkraut seinen deftigen Geschmack.

Der Weißkohl nach bayerischem Originalrezept ist übrigens ein Rezept, das auf einem bayerischen Buffet nicht fehlen darf. Das schmackhafte Gemüse dient bei vielen bayerischen Fleischgerichten als Beilage. Während Kohl früher als Arme-Leute-Essen galt, ist das bayerisch Kraut heute auch in Edelrestaurants zu finden.

Nicht jeder verträgt das Kohlgemüse gleichermaßen gut. Weil im Kohl Fasern enthalten sind, die der Mensch nicht oder nur schwer verdauen kann, entstehen bei manchen Menschen nach dem Verzehr von Kraut Blähungen und/oder unangenehme Gerüche. Wenn sich die unangenehmen Gerüche ausdehnen, ist das für die Umstehenden schlecht, für den Leidenden zeigt es das Ende der Bauchschmerzen an.

Beim original bayrischen Kraut kommt es äußerst selten zu den unangenehmen Begleiterscheinungen. Denn Gewürze wie Kümmel, Ingwer oder Fenchel verhindern die Blähungen. Im bayerischen Kraut sind reichlich Kümmelsamen enthalten, die nicht nur lecker schmecken, sondern außerdem für eine geregelte Verdauung sorgen.

 

Rezept: bayrisch Kraut Zutaten

• 1 Kopf Weißkraut (circa 1 kg)

• 150 g durchwachsener Räucherspeck

• 1 große Zwiebel

• 2 EL Gänseschmalz (oder Schweineschmalz)

• 1 kleiner Apfel

• 1 EL Zucker

• 3/8 L Fleischbrühe

• 2 EL Apfelessig

• 1 EL Kümmel (ganze Samen)

• 1 TL Speisestärke

• Pfeffer und Salz

Bayrisch Kraut: Zubereitung

1. Zuerst den Kohlkopf in vier Teile schneiden und den harten Strunk entfernen. Dann das Kraut in schmale Streifen schneiden und beiseite stellen.

2. Dann wird der Speck wird gewürfelt und die Zwiebel wird geschält und ebenfalls in kleine Würfel geschnitten.

3. In einem großen Topf wird das Gänseschmalz erhitzt und der Speck wird dazugegeben und wird ausgelassen. Der Zucker wird darüber gestreut und leicht gebräunt.

4. Dann werden die Zwiebelwürfel dazugefügt und angeschwitzt.

5. Nun die Kohlstreifen in den Topf geben und anschmoren. Dazu werden sie häufig umgerührt.

6. Wenn der Kohl beginnt, weich zu werden, die Brühe zugießen.

7. Den Apfel schälen, entkernen, in Würfelchen schneiden und ebenfalls zugeben. Mit Salz, Pfeffer, Essig und Kümmel würzen.

8. Nun wird die Hitze reduziert und ein Deckel aufgesetzt. Das Kraut muss 30 bis 40 Minuten schmoren. Wenn es fertig ist, ist das bayrisch Kraut weich, hat aber noch Biss.

9. Abschließend wird die Speisestärke mit drei Teelöffeln kaltem Wasser verrührt und ins Weißkraut gemischt um die übrige Flüssigkeit zu binden. Es kann noch einmal mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden.

In Bayern wird das Weißkraut nach Originalrezept zu Bratwurst und Kartoffelbrei gegessen, zu Schweinsbraten und Semmelnknödeln verzehrt oder zur deftigen Schweinshaxn und einer Scheibe dunklem Bauernbrot gereicht. Auch Leberkäs schmeckt hervorragend zum bayrisch Kraut oder natürlich gegrillte Wammerl (gegrillter Schweinebauch).